Wir verstehen unter Psychosomatik das Zusammenwirken und das Wechselspiel von Körper und Seele. Aus unserem Verständnis ist der Körper als äußere Schicht meist die letzte Ebene, die auf innere ungelöste Konflikte mit Signalen reagiert.
Daher können Medikamente, die die Signale unterdrücken, verhindern, dass wir die Botschaften unserer Seele durch den Körper wahrnehmen können.
In der Literatur wird davon ausgegangen, dass mehr als 40% aller Erkrankten psychosomatisch erkrankt sind. Typische Auslöser von psychosomatischen Erkrankungen sind beruflich bedingte Probleme, Dauerstress, Partnerschaftskonflikte, traumatische Erlebnisse, die oftmals in der Kindheit liegen, Familienkonflikte und Familiengeheimnisse, Probleme mit der eigenen Sexualität u.ä.
Im Mittelpunkt der psychosomatischen Forschungen stehen körperliche Störungen ohne organische Ursachen (somatoforme und dissoziative Störungen) und körperliche Störungen mit psychologischen Faktoren und bestimmten Verhaltensweisen (psychosomatische Störungen im engeren Sinne).
Dazu gehören:
Dies zeigt schon, dass sehr viele Krankheiten entweder organische oder psychische Ursachen haben können. Abgeklärt wird dies vorerst durch gute medizinische Diagnostik und in der Folge bei uns durch physiologische Profile.
Da ein überaktives sympathisches Nervensystem zu eben den genannten Problemen führen kann, wird dann anhand des physiologischen Profils, mithilfe der Biofeedbacktechnologie, an einer Reduktion dieser sympathischen Aktivierung gearbeitet. Werden die Beschwerden dadurch weniger, so ist das ein Hinweis auf die Wirksamkeit der gewählten Intervention Biofeedback.
Biofeedback und Psychosomatik sind quasi miteinander in einer äußerst wirksamen Weise verheiratet. Am Biofeedbackgerät wird sichtbar gemacht, wie jeder einzelne Gedanke zu einer physiologischen Reaktion führt. Beispielsweise denken sie an ihren Konflikt mit ihrem Chef heute Nachmittag und ihr Puls beschleunigt sofort, ihr Hautleitwert steigt an und sie atmen flacher, ihre Muskelspannung steigt. Denken sie aber dann an den netten Abend mit einem guten Freund vor ein paar Tagen und alle Reaktionen gehen wieder zurück so befindet sich ihr Nervensystem wieder im Brems- und Regenerationsmechanismus. Ihre physiologischen Werde beruhigen sich wieder, was darauf hinweist, dass ihr Körper keinen größeren Schaden durch die vorangegangene Stressreaktion davon trägt.
Wenn es aber keine oder zu wenig Tätigkeiten in ihrem Leben gibt, die ihren Stresslevel messbar wieder senken, dann stehen sie unter massiver Dauerbelastung und ihr System fährt, wie ein Auto, ohne Kühlflüssigkeit, bis es heiß läuft. (mehr….)
Die Therapie von psychosomatischen Beschwerden mit Biofeedback ist in der Regel sehr schnell erfolgreich und dauert deutlich kürzer als Psychotherapie (ca. 10 bis 20 Sitzungen, in denen der Betroffenen lernt, die Reaktionen seines autonomen Nervensystems besser zu kontrollieren und Überreaktionen zu vermeiden). In manchen Fällen ist Psychotherapie aber eine not-wendige Ergänzung, da es nicht ausreicht, nur die Symptome von der Oberfläche zu kratzen.